DREHTAGE-BLOG
Einblicke hinter die Kulisse und in die Köpfe unserer Crew während
17 Drehtagen
DREHTAG 1 (Marzili Bern, 21.6.25)
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Sarina Gygi (18) alias Drehbuchautorin:
Treffpunkt 8:00 im Marzili in Bern.
Ich hatte viele Erwartungen an den ersten Drehtag. Irgendetwas wird schief gehen. Irgendetwas werden wir vergessen. Irgendjemand wird kurzfristig aussteigen oder sich beim Dreh verletzen. Etwas geht kauputt oder verloren. Das Ganze wird mühsam und anstengend...
Einen Film zu drehen hat es in sich.
Schlussendlich bin ich bitterböse enttäuscht worden: Es hätte nicht reibungsloser verlaufen können. Das Team, das sich zum ersten Mal getroffen hat, hat wunderbar zusammengearbeitet. Und trotz der etwas aufwendigen Suche nach einem ruhigen Drehort am Wasser und vieler ins Bild latschender Badegäste haben wir es geschafft, die erste Flashbackszene mit Juri als kleinen Jungen und dessen Mutter in den Kasten zu bekommen. Ich durfte Zeuge werden, wie mein Roman Stück für Stück vor meinen Augen Form annimmt und viele neue Begriffe lernen wie "Medium-closeup Shot". Bilder, die ich mir beim Schreiben im Kopf vorgestellt habe, sind plötzlich real geworden. Das hatte schon etwas sehr Faszinierendes und gar Emotionales.
Schlussendlich kann man sagen, dass der Tag draussen an der Aare perfekt verlaufen ist. Bis auf das kleine Detail, dass man mich am nächsten Morgen um zwei Uhr aufgrund eines heftigen Sonnenstichs schnell in die Notaufnahme bringen musste. Hauptsache, es waren nicht die Catering-Sandwiches:)
DREHTAG 2 (Ambulanz Sense, 4.7.25)
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Laura Rappo (19) alias die Notsanitäterin:
Treffpunkt 12h05. Ich treffe verspätet im Feuerwehrlokal ein - und bin am falschen Ort. Im Infodokument für die Schauspieler wurde eine flasche Andresse angegeben, ich sollte bei der Ambulanz sein.... Also werde ich abgeholt und tauche ins Abenteuer ein. Neue Leute, neues Umfeld, neue Rolle. Kurz darauf sitzen wir vollständig auf der Terrasse und geniessen ein leckeres Taboulé.
Später versuche ich beim Anprobieren der Uniformen eine passende Hose zu finden, nicht zu eng und nicht zu weit. Nächste Challenge: keinen Hitzeschlag bekommen bei sommerlichen Temperaturen und herbstlicher Kleidung. Im Notfall wäre der Krankenwagen bereits da. Nur, dass das nichts bringt, wenn man die Handgriffe nicht kennt, wie wir kurz darauf merken, und ein echter Sanitäter uns alles zeigen muss. Den verletzten (mit Kunstblut - wohlangemerkt) Juri angurten - das geht noch. Aber bereits die Sauerstoffmaske ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Zum Schluss muss ich einen Druckverband machen. Bitte diese Filmsequenz nicht auf Professionalität untersuchen!
DREHTAG 3 (HKB, 5.7.25)
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Rachel Jossen (19) alias Kunststudentin Julia:
Treffpunkt 9:00 Uhr bei der Hochschule der Künste in Bern. Alle waren pünktlich, naja, fast alle: das Kamera-Team, Regisseur und Autorin, Schauspieler und Statisten - ich nicht ganz. Zuerst galt es, sich zu orientieren: Wie richten wir uns aus, dass alles in den Frame passt. Wir können wir ohne Professorin Szenen in der Uni filmen? Wo findet welche Szene statt? Wie können wir die Tür für Malea öffnen, ohne dass man Sarina sieht, die diese mit dem Batch öffnen muss? Fragen über Fragen. Doch schlussendlich konnten wir erfolgreich alle Szenen drehen ohne Rolf Dietrich von SRF bei seinen Aufnahmen für die Reportage auf die Füsse zu treten.
In Porträts präsentierten wir die Antwort auf die Frage: "Warum machst du hier mit?".
Für manche von uns war es der erste Tag bei so einem Filmprojekt. Vieles war spannend. Zum Beispiel, wie die Kamera nicht vorhandene Menschen erscheinen lässt und Zettel näher zu Personen schieben kann. Die Magie der Kamera... Der Satz "we fix that in After" ist ein paar Mal gefallen. Hoffentlich bleibt die Motivation weiterhin, auch im Schnitt.
Ich bin sehr neugierig auf das Ergebnis. Es hat auf jeden Fall sehr viel Spass gemacht:)
DREHTAG 4 (HKB, 6.7.25)
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Lilly Hartmann (28) alias Professorin Thibault:
Treffpunkt 9:00 Uhr an der Fellerstraße. Ich mag diesen Campus. Sehr. Die Uni-Atmosphäre, die halbfertigen Kunstwerke, die überall herumstehen, die luftigen Ateliers. Es flirrt eine kreative Energie durch die Luft, auch heute, in den Semesterferien.
Ich bin aufgeregt, das Team kennenzulernen. Es ist mein erster Drehtag bei "Rahmenlos". Sarina und Nicolas sind bereits voll in ihrem Element. Schnell wird umdisponiert, was die Szenen-Reihenfolge angeht - "Lilly, wir würden jetzt doch mit dir starten. Du hältst jetzt das Seminar über Street Art.". Ups. Ich wusste nicht, dass ich als "Professorin" im Seminar wirklich sprechen muss, ich dachte, man würde mich nur im Hintergrund sehen. Also schnell den Text, den Sarina zum Glück vorbereitet hat, als Spickzettel bereitstellen, und improvisieren! Ich erzähle über die Geschichte von Straßenkunst; die Studi-Darstellerinnen hören aufmerksam zu, machen sich Notizen. Es ist ein bisschen wie Powerpoint-Karaoke. Bloß nicht zu viel lächeln und lachen, es soll seriös wirken! Trotzdem ist es sehr, sehr lustig...
Danach dann die Szene mit Valentina alias Malea. Wie schön, dass wir so eine lange Szene miteinander spielen, in hochkonzentrierter Atmosphäre. Mein Highlight: Als ich Malea in der Rolle frage "Siehst du das Bild da drüben?" fühlen sich alle angesprochen, inklusive Regie-Team. Sie drehen sich um und schauen, was ich meine. Für solche magischen Momente liebe ich diesen Beruf. Danke an das ganze Team für diesen Tag!
DREHTAG 5 (HKB, 7.7.25)
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Valentina Hirner (22) alias Malea Winter:
Treffpunkt 9:00 HKB Bern. Es war der letzte Drehtag an der HKB und für mich auch der letzte im Juli. Wir haben die Szenen, die auf der Kunstausstellung der HKB spielen, aufgenommen. Darunter ein sehr schönes und ernstes Gespräch zwischen Malea und Juri über das Anderssein.
Für mich, und ich denke auch die anderen, war es herausfordernd, neben einer lauten Baustelle im Gebäude zu drehen. Außerdem haben die Studis der HKB ihre Ausstellungsprojekte abgebaut. Aber es war irgendwie cool, weil wir
das Gebäude zum ersten Mal so belebt erleben durften und auch witzig, weil wir ständig aufpassen mussten, dass niemand durchs Bild läuft.
Ich fand es schön, dass Juri und Malea vor der Kamera zum ersten Mal einen Moment zu zweit hatten, als sie über Maleas Bild gesprochen haben.
Auch war es cool, dass Malea sich ein bisschen schick gemacht hat für die Ausstellung und ich so zum ersten Mal für den Dreh geschminkt war!
Bei den Gesprächen hinter der Kamera ging es um Welse, Wodka Martinis und das Bild, das mitten im Dreh herunterfiel. Das Kamerateam konnte sich vor Lachen kaum halten. Auch nicht während der Aufnahmen...
Alles in allem also ein schöner und lustiger Drehtag an der HKB
mit Szenen, die ich persönlich sehr gern mag! Hauptsache "e chli rahmelos".
DREHTAG 6 (Schule Schmitten, 12.7.25)
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Sophie Schöpfer (12) alias die junge Version von Malea:
Treffpunkt 9:30 Schulhaus Gelb Schmitten. Sechs Personen sollten sich dort aufhalten. Sollten. Die Realität sah anders aus. Lediglich drei waren anwesend. Nach einiger Zeit liessen sich dann auch die Restlichen blicken.
Endlich wurde gefilmt. Es hätte sich vielleicht komisch oder aufregend anfühlen sollen, als ich im Materialraum eingesperrt wurde, doch all das blieb aus. Wahrscheinlich weil es nicht real sondern gespielt war und ich den Raum zu gut kannte. Ich kann nicht viel über die Meinung der anderen sagen, doch ich glaube ich spreche für alle wenn ich hier schreibe, dass es Spass gemacht hat. Das Portrait-Video vom mir am Schluss hat mich etwas verunsichert im Sinne von "ich kann nicht gut improvisieren". Doch ich muss zugeben: die Frage war für mich überraschend leicht zu beantworten.
Ich habe das Ganze eigentlich als ruhig empfunden. Ausserdem fand ich es gut, dass es in einer mir bekannten Umgebung stattgefunden hat, die ich in Zukunft leider jedoch nicht mehr so oft sehen werde, wenn ich in die OS komme.
Sarina Gygi (18) alias die Drehbuchautorin :
Treffpunkt 9:30 Schule Schmitten. Die Aufnahmen dieser Flashbackszene haben nicht nur die Hauptfigur Malea Winter in die Vergangenheit katapultiert, sondern auch mich in meine eigene Kindheit an der Schule Schmitten zurückversetzt. Mit Freude konnte ich feststellen, dass mir vieles noch vertraut ist - bis auf die Eingangstür, für welche ich von der Gemeinde einen Schlüssel bekommen habe, der nicht passte. Bis ich endlich begriffen habe, dass es sich dabei um einen Batch handelt, den man nur über das Schlüsselloch zu halten braucht, ohne ihn hineinzustecken und zu drehen, sind mindestens zehn Minuten vergangen. Da sieht man - meine Primarschultage sind schon etwas länger her.
Zum Glück musste ich in dieser Zeit nie solche Efahrungen machen wie Malea Winter, die als Kind von ihrem Mitschülern im Materialraum eigesperrt worden ist.
Meine jungen Nachwuchstalente, die ich für diese Szene engagieren konnte, haben ihre Rollen super gespielt und dem Film mit ihrem starken Einsatz das gewisse Etwas an Emotion und Authentizität verliehen. Ihr seid hervorragende Schauspieler und ich bin überzeugt, dass ihr auch als Stuntmänner und Stuntfrauen einen guten Job machen würdet. Aber Sprünge von einer Brücke können wir vom Filmprojekt leider nicht verantworten. Sorry, Anja:) ...
DREHTAG 7 (Freiburg, 21.7.25)
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Nicolas Lehmann (18) alias der Regisseur :
Treffpunkt 9:00 im Schönberg Freiburg. Nun schon der siebte Drehtag. Als kurz und bündig könnte man ihn betiteln, da nur eine Szene zu drehen war und diese bereits nach anderthalb Stunden im Kasten war. Trotzdem war es meines Erachtens nach ein spannender Drehtag, wenn es um Dialog, Perspektive, Licht und die Bedeutung der Szenen geht. Neonröhren wurden aufgestellt und unsere junge Schauspielerin musste ich in einen Fensterrahmen setzten.
Alles haben ihre Arbeit gut gemacht, ob mit oder ohne professionellem Hintergrund.
Der Drehort hat auch gepasst: ein Teammitglied, Jakob, hatte die passende Kulisse bei sich Zuhause, und hat den Dreh bei sich genehmigt.
Es war ein ässerst zufriedenstellender, effizienter Drehtag. Ich hoffe, die nächsten verlaufen ebenfalls so!
Helena Schöpfer (14) alias die junge Malea :
Beginn 9:00 im Schönberg in Freiburg. Am Anfang wurde darüber debattiert, wie das Licht am idealsten wäre. Als dann alles richtig platziert war wurde gefilmt. Ich musste auf dem Fensterrahmen eines offenen Fensters sitzen und so tun als hätte ich vor runterzuspringen. Eigentlich war das Fenster gar nicht so weit oben und es gab auch ein kleines Vordach darunter. Das sieht man im Video wahrscheinlich nicht. Es wurde aus verschiedenen Perspektiven gefilmt und fotografiert.
Die Brille zu tragen war merkwürdig. Ich habe alles nur verschwommen gesehen und es hat sich ein wenig so angefühlt als wäre ich nicht ganz anwesend.
Der Drehtag war viel kürzer als ich es erwartet hätte. In der Erwartung, ich müsse stundenlang warten bis ich drankommen würde, habe ich Bücher und Schreibzeug mitgenommen. Es ist jedoch gar nicht so weit gekommen. Es war das erste Mal, dass ich bei so einem Projekt mitmachen durfte und ich fand es ausserordentlich interessant.
DREHTAG 8 (Schmitten FR, 13.8.25)
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Karim Buchs (19) und Lilli Glockner (19) alias WG-Mitbewohner Florian und Amanda :
Treffpunkt 9:00 Uhr in Schmitten. Als früh morgens alle da waren, begann direkt der Dreh. Ehre der Familie Kiener,
die uns ihr ganzes Haus für den Dreh zur Verfügung gestellt und uns zu dem noch mit Eis und Kaffee versorgt hat. Der Drehort verfügte über eine so schöne Einrichtung, dass wir uns nicht mal wirklich um die Kulisse kümmern mussten. Der ganze Morgen verlief super effizient und war ausserdem auch sehr amüsant. Als wir dann zu Mittag die leckeren, selbstgemachten Sandwiches von Sarina geniessen durften, dankte uns dies unser Gaumen sehr. Besonders stach der vegane Lachs hervor. Ich, Karim Buchs, entschuldige mich von ganzem Herzen bei allen anwesenden Veganern, weil ich dennoch zu der Variante mit dem Poulet gegriffen habe...
Als unsere Bäuche gut gefüllt waren, kam der nervenzerrende Nachmittag. Das Klima durch die Hitzewelle einer Aufenthalt in der Sahara gleich, sind wir in langen Jeanshosen mal gerade so durchgekommen. Das helle Licht von draussen konnte für die "Nachtszene" erfolgreich mit einer Decke gedimmt werden. Null Problemo, bei 35 Grad eine halbe Stunde lang in der Hitz herumzustehen. Oder, Lenz`?
Doch dann der Graus: Karim und das Erlernen des zungenmassakrierenden Textes. Rhodentizid, Diacetiymorphin, Essigsäurehydrid.... solches Vokabular muss man als Chemiker eben beherrschen.
Trotz Schweiss und noch mehr Schweiss (weil es so heiss war) fanden wir zu einem fast befriedigenden Ende. Nicht ganz alle Szenen konnten aufgenommen werden. Aber wir haben das auf den nächsten Tag geschoben. Für die Szenen, die eventuell etwas unsauber gemacht worden sind, gilt: We fix that in post! :)
DREHTAG 9 (Schmitten FR, 14.8.25)
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Noam Imstempf (19) alias Juri Roth:
Treffpunkt 9:00 in Schmitten in unserer "WG".
Schauspielern ist anders, als man sich oftmals vorstellt. Wenn man einen Hollywood Film ansieht, könnte man denken, dass es ganz einfach ist: Der Schauspieler lernt seinen Text, leiert ihn vor der Kamera herunter und schon ist die Szene im Kasten. Doch in Wahrheit besteht der Dreh für Schauspieler vor allem aus Warten. Mal kommt man einfach nicht in der Sequenz vor, mal gibt es Unterbrechungen weil die Requisiten und die Kulisse präpariert werden müssen, und andauernd müssen die Kameras neu eingestellt werden.
Der größte Teil der Arbeit wird vom Staff (Regie, Kameramann, Post Production etc.) verrichtet. Die sind ständig am Schwitzen, (auch wenn es draussen nicht 33 Grad warm ist). Dies habe ich heute mehr bemerkt als sonst. Juri kam nämlich nur in einer Szene vor. Den Rest des Tages habe ich auf einem Gartenstuhl sitzend verbracht. Ich bin für den Fall geblieben, dass Nicolas und Sarina doch noch einige Übergangsszenen - durch die Tür rein und raus, Jacken an- und ausziehen - dehen wollten.
An diesem Projekt teilnehmen zu können, ist für mich dennoch eine riesiges Vergnügen und ich freue mich schon sehr auf den fertigen Film, obwohl das noch Monate in der Zukunft liegt.
DREHTAG 10 (Schmitten FR, 18.8.25)
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Lenz Gneist (17) alias Tontechniker:
Treffpunkt 17:00 in Schmitten vor der "WG".
Schon bei der Ankunft konnte ich die Anspannung fast riechen wie eine beissende Rauchwolke, die immer auf die Seite des Lagerfeuers weht, auf der man sitzt. Alle Nachtszenen sollten gedreht werden und die Zeit war knapp. Wer schon mal versucht hat, ohne Langzeitbeleuchtung in der Finsternis aufzunehmen, kennt die Schwierigkeit mit dem Faktor "Lichtverhältnisse" und weiss bescheid.
Nicolas wusste das und sorgte für Tempo.
Müdigkeit machte sich bemerkbar bei Anbruch der Dämmerung und somit schwand auch die Konzentration. Für diesen Fall hatte es zwei Gartenstühle, auf denen man sich setzen und wie ein richtiger Hollywood-Regisseur (oder eben Tonmann) fühlen konnte.
Mehrmals wurden Teile der Kostüme vergessen, oder gar das Falsche verwendet. Dank Sarina's und Nicolas' Blitzideen konnten diese Filmfehler mithilfe von Skriptänderungen nachhaltig gelöst werden. Valentina musste nun ihre Brille abnehmen, bevor sie die Wand strich. Noam wird im "falschen Kostüm" in die Aare springen und dabei irgendwie seine Jacke loswerden...
Nicht der ganze Abend war nervenaufreibend; Es gab Pizza. Nach dem Essen waren solche Vorfälle wesentlich seltener. Jedoch wurde es rasant dunkel und wir mussten die Neonröhren ständig umstellen um das Licht konstant zu halten.
Noam durfte die Nachbarschaft rot ansprühen. Das Emblem, welches er auf seiner Hose trägt, konnte er aber leider nicht allzu effizient zeichnen, weshalb es beim Müllcontainer einen zweiten Take gab, wofür wir alles nochmal putzen mussten.
Die Performance von "Herrn Brunner" war phänomenal. Wäre ich nicht als Tonmann eingeweiht worden, hätte ich gedacht, er wäre wirklich ein wütender Nachbar und Sarina hätte am nächsten Tag eine Anzeige im Briefkasten.
Mein Highlight war eine der letzten Szenen in der es anfängt zu regnen. Und das, obwohl es ein wolkenloser Tag war. Sarina liess mit dem Gartenschlauch aus dem Küchenfenster Wasser herabrieseln. Auch hier mehrere Takes, weil es den Anschein hatte, dass der Regen nur an einer Stelle regnen würde. Auch wenn eine Hommage an die Truman-Show lustig gewesen wäre, war es nicht die Idee der Szene:)
DREHTAG 11 (Schwarzenburg BE, 23.8.25)
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Raphael Lehmann (17) alias Tontechniker und Klappe:
Treffpunkt: 9:00 Uhr in Schwarzenburg.
Heute haben wir einige Szenen aus Juris Wohnung aufgenommen. Hochprozentig und emotional, könnte man sie inhaltlich nennen.
Ein produktiver Start in den Morgen sparte uns erstaunlich viel Zeit – bis die Kamera leer war, die instand gestellte Graffitiwand herunterfiel und Alkoholflaschen zubruch gingen Mit leerem Magen und leeren Akkus gingen wir in die Mittagspause.
Eine nennenswerte Szene war jene, bei der wir einen Bilderrahmen kaputtmachen mussten. Wir hatten demenetsprechend nur einen Versuch. Zum Glück lief alles wie geplant: Scherben am Boden, der Rahmen war lose.
Eine miauende Katze auf dem Balkon begleitete uns durch den Tag.
Nach vielen Pausen zum Laden der Geräte und dem strategischen Platzieren der Lichter war der Drehtag auch schon vorbei. Morgen geht es mit weiteren Szenen und mehreren Schauspielern weiter!
DREHTAG 12 (Schwarzenburg BE, 24.8.25)
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Lilli Glockner (19) alias WG -Mitbewohnerin Amanda:
Treffpunkt 9:00 in Schwarzenburg. Die Kamera stand bereit, doch - oh Wunder - Karim fehlte. Also sassen wir erst einmal eine halbe Stunde auf dem überaus bequemen Sofa und verlängerten unseren Schlaf noch ein wenig. Als wir dann endlich vollständig waren, ging es los. Gefilmt wurden einige Szenen mit Juris Vater, dessen Schauspielkünste Karim und ich kaum genug bestaunen konnten.
Nach einer kurzen, aber schmackhaften Mittagspause durfte ich mich in Nicolas’ Auto setzen und so tun, als hätte ich es tatsächlich mal zum Führerschein geschafft. Zugegeben bereitete mir das fast so viel Freude wie das Sofa.
Zu guter Letzt fuhren wir noch zum nahegelegenen Pflegeheim als letzter Drehort des Tages. Während Valentina und Noam dort weitere zenen abhaken konnten, testeten wir Arbeitslosen die verstellbaren Sessel, welche – kaum zu glauben – sogar das Sofa übertrafen.
Am Abend fand das gemeinsame, vom Projekt gesponserte Grillfest mit den anderen Beteiligten statt, das ein voller Erfolg war. Prost auf einen gelungenen Drehtag und Halbzeit!
DREHTAG 13 (Bundesstadt Bern, 6.09.2025)
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Sarina Gygi (18) alias die Drehbuchautorin:
Treffpunk 9:00 im Parking City West in Bern. "Wir hätten vor sieben hier sein sollen" - der erste Kommentar von Nicolas, als wir mit Kameras bewaffnet hinaus in die belebten Gassen der Berner Stadt treten. So viele Menschen, die wir nicht auf der Kamera scharfstellen dürfen. So viel Bewegung, die das Bild verzerren könnte. Vom Lärm sprechen wir gar nicht erst.
Doch unsere Zweifel waren recht unbegründet. So ist das Stadtleben nunmal - unruhig, überfüllt, hektisch und laut. Und so haben wir auch authentische Aufnahmen machen können. Verglichen mit Hauptcharakter Malea, die beinahe von einem Fahrradfahrer angefahren wird und Juri, der eine Hiobsbotschaft von Ganganführer Ted bekommt - den beiden, bei denen alles nicht so recht nach Plan laufen will, wenn sie in der Geschichte durch die Stadt schlendern - konnten wir unseren Aufenthalt in Bern relativ gut genissen. Selbst wenn dafür menschliche Stative notwendig waren und wir am Europaplatz auf der Suche nach einem geeigneten Drehort dank meinen bombastischen Navigationskünsten ungefähr dreimal diesselbe Schlaufe gefahren sind. Alles haben's überlebt - die geliehene Kamera auch. Niemand hat uns blöd angequatscht wegen Bildrechten in der Öffentlichkeit. Bussen wegen Parkzeitüberschreitung flatterten auch nicht rein. Und die norwegischen Zimtbrötchen aus der Bäckerei haben geschmeckt:)
DREHTAG 14 (Marzili BE, 13.9.2025)
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Noam Imstempf (19) alias Juri Roth:
Treffpunkt 9:00 beim Parkplatz bei der Dampfzentrale im Marzili. (Ich eine Viertelstunde zu spät.)
Zum ersten Mal in diesem Projekt war ich der einzige Schauspieler am Set und damit vollkommen im Rampenlicht. Zwar musste ich keinen Text auswendig lernen, dafür waren Gesichtsausdruck und Gestik umso wichtiger. Die sind meist noch viel schwieriger zu meistern.
Doch dieser Tag war noch aus einem anderen Grund besonders: alle Szenen wurden an bzw. IN der Aare gedreht. von der Brücke musste ich reinspringen, das ganze Flusstück wieder zurücklaufen und das ganze Prozedere nochmal von vorne. Am Anfang hat es Spass gemacht. Doch es hiess, dauernd nass zu sein und vor Kälte zu frieren.
Zum Glück hatte ich einen Neoprenanzug an, sonst wäre es noch um ein Vielfaches unangenehmer gewesen. Doch je öfter ich springen musste, desto kälter wurde mir. Schlussendlich mussten wir den Dreh etwas abrupt abschließen, weil mir so stark anzusehen war, wie sehr ich fror. Selbst der warme Tee von Theres, die das Catering organisiert hat, hat nicht mehr viel geholfen.
Was mir von diesem Tag bleiben wird, sind (nebst einer potentiellen Erkältung) jedoch einmahlige Erinnerungen.
DREHTAG 15 (Niederwangen BE, 25.10.2025)
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Martin Schöpfer (41) alias Securitypersonal:
Treffpunkt 10:00 in Niederwangen. Mein allererster Drehtag, ich freute mich sehr, mich auf etwas ganz Neues ein zu lassen.
Termin war um 9:00 angekündigt, dann aber etwas verschoben. Ein paar Minuten zu früh hatte ich genug Zeit, einen Parkplatz zu suchen. Dann stand ich da am Bahnhof, es war schon fast 10:00 und niemand war zu sehen.
Ich ging auf die andere Seite des Bahnhofs, dann sah ich Leute auf der grossen Brücke stehen. Das musste es sein, es gab schliesslich eine Brückenszene. Die Treppe war mir lieber als der Lift, aber oben standen nur Leute, die auf den Bus warteten.
Nun bin entweder ich zu spät oder alle anderen. Beim Runterlaufen fiel mir ein kleiner Weg auf, der unter dem Bahnhof durchführt. Da mir im Moment nichts besseres einfiel, schaute ich nach, bog um die Ecke und sah eine Gruppe junger motivierter Leute, Kameras, Stativ… Treffer.
Es war für mich sehr interessant zu sehen, wie das alles geht, was möglich ist und was es für Schwierigkeiten geben kann. ZB. brauchte es für die Unfallszene ein Auto mit automatik Getriebe. Bloss kein geschaltenes Fahrzeug! - hatte der Fahrer gemeint. Spontan konnte ich dann ein solches organisieren.
Mein eigentlicher Auftritt fiel dann leider dem Regen zum Opfer und wir vertagten die Szene auf den nächsten Tag.
DREHTAG 16 (Niederwangen und Elfenauquartier BE, 25.10.25)
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Valentina Hirner (22) alias Malea Winter:
Treffpunkt 9:00 in Niederwangen.
Es war ein windiger Sonntag Vormittag. Da wir aufgrund von Regen ein paar Szenen am Vortag nicht drehen konnten, musste noch einiges in Niederwangen am Bahnhof nachgeholt werden. Ich war zum Glück passender für das kalte Wetter angezogen als am Vortag - Zwiebelschalenmethode:).
Wir haben eher schwere Szenen aufgenommen Zum einen lange Texte und actionreiche Aufnahmen in lauter Umgebung - Juri, der auf einer Brücke steht und kurz davor ist zu springen.
Es hat trotz allem Spass gemacht und dadurch, dass wir nicht so viele waren, blieb genügend Platz für Austausch und es herrschte eine angenehme Stimmung.
Gegen Mittag ging es dann nach Bern, an die Aare, schon fast in die Natur. Nichts mehr von der Grosstadt zu sehen, in der der Film eingentlich spielt, aber das sieht man auf der Kamera nicht.
Es folgte eine lange, tiefgründige Diskussions-Szene am Wasser. Chips und Oreos lagen bereit. Leider durfte nur Noam diese während dem Dreh essen. Unfair!
Die Sonne hat sich auch ab und zu gezeigt und uns wieder ein wenig aufgewärmt. Nach dem starken Regen am Vortag waren alle sehr dankbar dafür.
Vielen saß der anstrengende, schlussendlich abgerbochene Samstagsdrehtag noch ein wenig in den Knochen und gleichzeitig waren wir erleichtert, dass das Wetter diesmal gnädig zu uns war und wir so gut vorangekommen sind. Ich freue mich auf nächste Woche und das grosse Drehtagfnale im Club!
DREHTAG 17 (Reithalle Bern, 1.11.2025)
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Lenz Gneist (17) alias Tontechniker und Clubbesucher:
Treffpunkt Reithalle Bern, 9:00. Der letzte Drehtag. Wie jeden Samstag erwache ich ohne Wecker und werfe einen Blick auf mein Smartphone: Es ist acht nach neun.
Ich sitze zuhause auf dem Klo und schreibe Sarina: "I has komplett verpennt".
"Chum trotzdem" - kommt die Antwort sofort. "Und zwar so schnäu wie möglich."
Möglich ist sehr relativ. Ich hätte meine Eltern wachschreien können, um mich hinchauffieren zu lassen. Ich hätte den Bänderriss am rechten Fuss ignorieren und dabei das Zurücksetzen des Heilungsprozesses riskieren können. Ich hätte das Duschen sein lassen und in Alltagskleidung auftreten können. Doch ich habe mich anders entschieden. Ich nehme mir die Zeit, präsentabel und heil aufzutreten. Heute bin ich nämlich nicht nur der Tontechniker, sondern ein richtiger Schauspieler. Als Statist bin ich einer der Clubbesucher. Ausserdem sind meine Krücken für den Plot wichtig, da sich Juri am Fuss verletzt hat, als er angefahren worden ist. Habe ich leider nicht mitbekommen.
Treffpunkt Reithalle Bern 11:17. Meine Mutter hat mich gefahren. Sie bringt Kokosbrownies und Apfelkuchen mit. (Als Entschuldigung für mein Zuspätkommen?) Nach einer gefühlten Ewigkeit des Herumirrens finden wir die Rahmenlos-Crew. Heute ist der Kameramann da, also ist Nicolas ein wenig entlastet. Der Dreh geht nach der Verpflegungspause weiter. Zu den Statisten zählen heute auch Nicolas und Sarina.
Die anscheinend "kitschige" Finalszene wird draussen gedreht. Währenddessen fange ich an, das Buch zum Film zu lesen. Bis zum dritten Kapitel komme ich, bevor die meisten Statisten entlassen werden. Nur die Regie, die Hauptdarsteller, der Kameramann und ich bleiben übrig.
Ich geselle mich nach draussen. Maela sitzt an einem Tisch, Juri stösst dazu mit zwei Bechern in der Hand. Die beiden liefern sich ein Gespräch, gesetzt in die kalte Winterzeit. Die Stimmung ist friedlich, aber auch nostalgisch, denn ein Kapitel geht zu Ende. Der letzte Satz, das letzte Wort fällt. Nicht alles passt in einen Rahmen... auch nicht die Arbeit am Filmprojekt ;)